17/07/2025

Interview: Avid VENUE S6L bei Sing meinen Song – Das Schweizer Tauschkonzert

Interview mit Andy Widmer und Michael Nöth über die Umsetzung der Produktion von SmS Live.

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In der beliebten TV-Sendung «Sing meinen Song – Das Schweizer Tauschkonzert» treffen sich bekannte Schweizer Sänger:innen und beschenken sich gegenseitig mit überraschenden Neuinterpretationen ihrer Songs. Und das in ihrem eigenen Stil und ihrer eigenen Art. Über 250 Tauschsongs sind durch die Sendung bereits entstanden. Auch 2025 kamen wieder Künstler:innen aus allen bisherigen Staffeln zusammen, um ihre Songs live vor Publikum zu präsentieren. Hinter den Kulissen sorgt ein hochprofessionelles Team für einen reibungslosen und klanglich herausragenden Ablauf. Für den Sound bei der Show von „SmS Live“ ist das Team von Widmer Sound verantwortlich – mit einem Audio-Setup, das höchste Ansprüche erfüllt. Herzstück der Produktion: das VENUE | S6L System von Avid inklusive der neuen, extrem leistungsstarken E6LX-256 Engine. Wir haben mit Andy Widmer (CEO, FOH) und Michael Nöth (Monitor Engineer) über die Anforderungen, den Workflow und ihre Erfahrungen mit dem System gesprochen.

Bitte erzählt uns, wer ihr seid und welche Rolle ihr im Unternehmen habt bzw. im Rahmen des Projekts hattet.

Andy Widmer: Ich bin CEO unseres Unternehmens und bei Produktionen meist am FOH-Platz im Einsatz.

Michael Nöth: Ich arbeite als Audio-Engineer mit Schwerpunkt Monitormix.

Beschreibt euer Unternehmen und eure Produktionsschwerpunkte. Welche speziellen Anforderungen ergeben sich daraus?

Wir sind ein reines Audiounternehmen, das sich voll auf Live-Musik spezialisiert hat. Unser Fokus liegt auf zwei Bereichen: Zum einen betreuen wir feste Bands im Touring-Bereich, zum anderen statten wir Musikshows komplett aus – inklusive FOH, Monitor und Broadcast. Daraus ergeben sich hohe Anforderungen an Flexibilität, Klangqualität und Workflow-Effizienz.

Ist VENUE | S6L ein wesentlicher Bestandteil eurer Produktionen? In welchen Bereichen setzt ihr das System ein?

Ja, definitiv. Bei allen Produktionen mit mehr als 16 Kanälen setzen wir ausschließlich auf die VENUE | S6L – sowohl für FOH, Monitor als auch Broadcast. Insgesamt haben wir sechs S6L-Konsolen im Inventar.

Wie sah der konkrete Einsatz von VENUE | S6L bei der Produktion aus? Bitte beschreibt das Setup im Detail.

Bei der Produktion "SmS Live" kam am Monitorplatz eine S6L-32D mit E6LX-256 Engine zum Einsatz, bestückt mit drei MADI-Karten zur Anbindung eines KLANG-Systems für immersive IEM-Mixe. Am FOH arbeiteten wir mit einer weiteren S6L-32D, allerdings mit einer E6L-144 Engine.

Beide Systeme waren über einen AVB-Ring im Gainsharing mit 2x Stage 64 und 1x Stage 32 verbunden. Die beiden Stage 64 dienten als Stagebox für alle Signale von der Bühne, das Stage 32 war für Zuspieler und Kommunikation am FOH reserviert. Insgesamt verarbeiteten wir knapp 90 Inputs und stellten 32 IEM-Mixe bereit.

Was waren die wichtigsten Anforderungen bei der Entscheidung für die E6LX-256 Engine?

Gerade bei Produktionen mit vielen Musikern und Gästen wie SmS brauchen wir ein System, das nicht nur viele Inputs, sondern vor allem ausreichend Bus-Ressourcen bietet. Die E6LX-256 ist hier die ideale Lösung.

Was war das ausschlaggebende Kriterium für die Investition in ein weiteres VENUE | S6L-System mit E6LX-256?

Am Monitorplatz stießen wir zunehmend an die IO-Grenzen. Gleichzeitig kamen in diesem Jahr drei weitere Bands hinzu, die wir betreuen. Um Engpässe zu vermeiden, war die Entscheidung für ein zusätzliches System mit E6LX-256 Engine naheliegend.

Welche Vorteile bietet das VENUE | S6L Feature-Set innerhalb eures Workflows?

Ein großer Vorteil des VENUE | S6L-Systems ist seine enorme Flexibilität. Die Kombination aus Hardware und Software gibt keine feste Arbeitsweise vor – wir können unseren Workflow sehr individuell auf die jeweilige Produktion anpassen. Dadurch sind wir nicht nur flexibel, sondern auch extrem schnell im Handling. Unsere Kunden schätzen das sehr, weil wir auch unter Zeitdruck komplexe Wünsche zuverlässig umsetzen können.

Gerade beim Sounddesign einer Show profitieren wir vom ausgefeilten Snapshot-System. Es erlaubt uns, gezielt alle relevanten Parameter zu automatisieren – ganz gleich, ob es sich um eine Szene, einen Song oder spezielle Effekte handelt.

Auch die Event-Funktionalität nutzen wir intensiv: sei es zur Steuerung der Kommunikation, für Cueing-Prozesse am Monitorplatz mit Integration von KLANG oder für die automatische Umschaltung von Effekten wie Autotune per Timecode bei einer unserer Bands.

Besonders hervorheben möchten wir das AutoMix-Feature. Seit VENUE 8 benötigen wir kein externes Dugan-Rack mehr. Es passiert immer öfter, dass wir neben der Musikdarbietungen auch Gesprächssituationen abdecken müssen. Hier bietet VENUE 8 ein echtes Plus.

Am FOH setzen wir Bus-to-Bus-Routing in Kombination mit ADC ein, um komplexe Signalketten aufzubauen – ohne Phasenprobleme.

Das Gain-Sharing innerhalb des AVB-Rings ist ein weiteres Beispiel für intelligente Systemarchitektur: Einfach verkabeln und loslegen, ganz ohne komplizierte Konfiguration.

Auch die Erweiterbarkeit des Systems überzeugt uns. Waves ist bei fast jeder Show im Einsatz und lässt sich perfekt ins Snapshot-System integrieren. MADI nutzen wir zur Anbindung von L-ISA Prozessoren und dem KLANG:Konductor für immersive IEM-Mixe. Die neue MILAN-Karte wollen wir künftig sowohl für L-ISA als auch für die Kommunikation zwischen zwei Konsolen einsetzen.

Nicht zuletzt ist die Pro Tools Integration ein starkes Argument: Die Anbindung ist einfach und zuverlässig – ideal für Recording oder VSC-Lösungen. Bei TV-Produktionen etwa haben wir Songs direkt in vorbereitete Playlists aufgenommen und konnten gleichzeitig Timecodes, Klicks und Stems triggern.

Unterstützt das Feature-Set auch besondere Anforderungen im Bereich Sounddesign, zum Beispiel immersive Audio?

Ja, gerade in Verbindung mit KLANG:Konductor oder L-ISA lässt sich damit sehr flexibel und leistungsfähig arbeiten. Bei L-ISA nutzen wir vor allem Midi-Events zum Fernsteuern des Controllers. Bei der Einbindung von KLANG helfen uns die Events, das Cueing zu realisieren. Hilfreich ist außerdem, dass man in der Matrix quasi alle anliegenden Signale mit unterschiedlichen Pick-Offs wieder zusammenführen kann. Dank der E6LX-256 Engine sind wir dabei nun nicht mehr auf „nur“ 16 Signale pro Matrix begrenzt.

Wie hat VENUE | S6L eure Arbeitsabläufe modernisiert bzw. optimiert?

Die Summe aller Features, insbesondere in Kombination mit der neuen Engine, macht uns sehr flexibel. IO-Grenzen sind jetzt kein Thema mehr. Durch den schnellen Workflow können wir komplexe Anforderungen innerhalb kurzer Zeit umsetzen.

Wie haben Zuschauer und Kollegen auf das neue Setup reagiert?

Das Feedback war durchweg positiv. Die Produktion war sehr eng getaktet – pro Künstler standen nur 30 Minuten für Soundcheck und Probe zur Verfügung. Da muss jeder Handgriff sitzen. Wir haben viel Lob von der Produktion erhalten.

Gibt es noch weitere Punkte, die ihr erwähnen wollt?

Ja, wir haben eine eigene Integration für KLANG programmiert. Dadurch lässt es sich im Sends-on-Fader-Modus remote steuern.

Den vollständigen Report über “Sing meinen Song – Das Schweizer Tauschkonzert” findest du hier.

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